load
elia e.V. | Über uns

Über uns


Dem Verein gehören Mitglieder mit den unterschiedlichsten Professionen der sozialen Arbeit an, darunter Notfallseelsorger, Krankenschwestern, Intensivpflegerinnen und Sozialpädagogen.

Der Vorstand setzt sich wie folgt zusammen:

Claudia Bamberger / Kathrin Ansorg  (Vorstandsvorsitzende) / Nancy Hempe
 

Team

 

Entstehungsgeschichte

Am 11. Juni 2011 kam unser Elia nach einer völlig normalen Schwangerschaft und unauffälligen Geburt mehr tot als lebendig zur Welt. Nach einer langen Reanimationsphase wurde er auf die Neonatologie (Babyintensivstation) verlegt. So dramatisch die Ereignisse nach der Geburt waren, so viel Schwere und körperliche Leiden standen unserem kleinen Kämpfer in seinem kurzen Leben noch bevor.

Elia hatte aufgrund eines unbemerkten und langen Sauerstoffmangels unter der Geburt massive Schädigungen im Gehirn. Diese zeigten sich z. B. durch das Fehlen der primitivsten Reflexe. Elia konnte sich nicht bewegen, hatte keinerlei Muskelspannung, konnte nicht schreien oder lachen und hatte keinen Schluckreflex. Das bedeutete, dass er ständig auf uns angewiesen war. Weil er seinen Speichel nicht schlucken konnte und so ständig der Gefahr eines Erstickungstodes ausgesetzt war, mussten wir ihn alle paar Minuten absaugen. Zudem entwickelte Elia noch eine ausgeprägte Epilepsie und einen schmerzhaften Reflux (Rückfluss der Magensäure in die Speiseröhre).

Für uns als Eltern, Geschwister und Großfamilie hielt die Zeit des Schocks und der Lähmung jedoch nur kurz an. Wir beschlossen sehr schnell, unseren kleinen – großen – Mann nach Hause zu holen. Da Elia eines hohen Pflegeaufwandes bedurfte, war die gesamte Großfamilie eingespannt und so um ihn herum. Uns war schnell klar, dass Elia´s Lebenslicht nur einen kurzen Augenblick auf dieser Erde flackern würde. Es war allen wichtig, dass auch nur er selbst entscheiden konnte und durfte, wie lang dieser Augenblick dauern sollte. Deshalb standen Reanimation und lebensverlängerte Maßnahmen nach langem Abwägen für uns nicht mehr zur Diskussion. Obwohl wir aus der ersten Ohnmacht erwachten, waren Fragen nach dem Warum, die Trauer über den Verlust eines gesunden Kindes bzw. Geschwisterchens und auch der Schmerz und die Hilflosigkeit darüber, unserem kleinen Mann nicht körperlich helfen zu können, ständige Begleiter. Jeder in unserer Familie musste einen eigenen Weg und ein eigenes Tempo der Verarbeitung für sich finden.

Elia fing an, sich auf seine Weise zu entwickeln. Wie alle Kinder fand er Strategien, sich uns mitzuteilen und seinen Willen zu bekunden. So setzte er das „blau werden“ gekonnt ein, indem er die Luft anhielt. Er hatte nämlich schnell begriffen, dass das eine sofortige Reaktion und Aufmerksamkeit von uns hervorrief. Er lernte, seinen Kopf und einen Arm zu bewegen und schaffte es auch, hin und wieder zu lächeln. Elia genoss die Aufmerksamkeit und liebevolle Zuneigung seiner Familie. Besonders seine Geschwister liebte er abgöttisch. Am 11. Mai 2012 – an seinem 11. Lebensmonatsgeburtstag, kurz nach Geburtszeit – reichte Elia`s körperliche Kraft nicht mehr aus. Er bekam in der Nacht zuvor schon 42° C Fieber. Als am Morgen dann seine Geschwister und auch sein Papa aufgewacht waren und so seine ganze Familie um ihn herum war, schenkte er uns noch einen langen und intensiven Blick. Dann schloss er seine Augen und ging in die uns noch unbekannte Welt hinüber. Wir behielten Elia noch knapp zwei Tage zuhause und alle Verwandten, Freunde und Therapeuten kamen und verabschiedeten sich von unserem Engel. Wir bemalten seinen Sarg und trugen Elia als Familie zu Grabe.

Das eigene Kind im Sterben zu begleiten und dann für immer weg zu geben, brennt sich als ein großer Verlust und Schmerz ins Herz, mit dem man nun ein Leben lang leben muss. Ich bin sehr dankbar für die Zeit mit Elia und auch darüber, dass ich trotz der großen Trauer fühlen und spüren kann, dass er uns sehr viel gegeben und gelehrt hat.

Da wir das große Glück haben, eine so großartige Familie und einen wunderbaren Freundeskreis zu haben, erfuhren wir viel Hilfe und Unterstützung. Aus Begegnungen mit anderen Familien im Krankenhaus und Berichten von Schwestern und Ärzten wissen wir, dass das nicht allen Betroffenen geschenkt ist. So kam mir die Idee, einen Verein zu gründen, um betroffene Familien als Ansprechpartner beiseite zu stehen. Viele Menschen um Elia herum haben diese Idee mitgetragen und sind heute aktive Mitglieder im elia e.V..

Kathrin Ansorg
Mama von Elia